Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO)

Prof. Dr. Christian Kühn

Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) in der MHH und in zuweisenden Kliniken

Die Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) ist ein in der modernen Intensivtherapie mittlerweile etabliertes erfahren, das wie eine miniaturisierte Herz-Lungen-Maschine funktioniert und auch außerhalb des herzchirurgischen Operationssaals eingesetzt werden kann. Die ECMO übernimmt (teilweise oder vollständig) die Kreislaufund Atemfunktion von Patienten, deren Lungen und/oder Herzen sehr schwer geschädigt sind. Man unterscheidet die Veno-Venöse ECMO (VV-ECMO, für Patienten im schweren Lungenversagen), sowie die Veno-Arterielle ECMO (VA-ECMO, für Patienten mit fortgeschrittener Herz/Kreislaufinsuffizienz). Die Anzahl an ECMO-Patienten in der MHH konnte in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert werden. Das von uns gebildete mobile ECMO-Team wurde von zuweisenden Kliniken vermehrt angefragt, sodass unser Team im letzten Jahr bei 27 Patienten vor Aufnahme in die MHH zunächst extern eine ECMO zur Stabilisierung und Erlangung der Transportfähigkeit implantiert hat. Die häufigsten Indikationen für eine ECMO-Implantation sind in der Tabelle zusammengefasst. Da es sich bei vielen dieser Indikationen um Notfallsituationen handelt, können häufig nur vorläufige Diagnosen und Prognosen gestellt werden. Diese Unwägbarkeiten im diagnostischen Prozedere schließen jedoch eine ECMO nicht aus. Entscheidend ist vielmehr, die Möglichkeit zur ECMO generell in die Therapieentscheidung einzubeziehen und dann den richtigen Zeitpunkt zur Implantation eines solchen mobilen Herz-Kreislaufunterstützungs-Systems zu finden. Unter Berücksichtigung der aktuell vorliegenden Befunde, des klinischen Allgemeinbefindens des Patienten, der Erfahrung desbehandelnden Arztes und der Ausstattung der betreffenden Klinik/ Abteilung kann heutzutage als Regel gelten: "Je eher, desto besser!".

Über die aufgeführte Notrufnummer erreichen zuweisende Ärzte unser ECMO-Team, mit dem sie in dringenden Fällen auch die Möglichkeit einer auswärtigen ECMO-Implantation abklären können. Nach erfolgter Indikationsstellung werden die Voraussetzungen zur intensivmedizinischen Versorgung geprüft und die Verfügbarkeit eines geeigneten Transportmittels geklärt. In Zusammenarbeit mit der DRF Luftrettung sowie dem Rettungsdienst Hannover führen wir dann die Transporte rund um die Uhr durch. Für die ECMO-Transporteinsätze steht ein erfahrenes Team aus Herzchirurgen und Kardiotechnikern zur Verfügung. Das stellt die Versorgung des Patienten auch während des Transportes sicher und ermöglicht eine erfolgreiche Weiterbehandlung in der MHH.

 

Mögliche Indikationen für den ECMO-Einsatz

 

Pulmonal

  • Akutes Lungenversagen / ARDS
  • Pneumonie
  • Pulmonalarterieller Hypertonus
  • Lungenemnolie

 

Kardial

  • Kardiogener Schock
  • Kardiomyopathie
  • Myokarditis

 

 

 

 

Informationsfilm Wach-ECMO